Ars meckerendi

 

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Skifahren und andere Widrigkeiten

Seit einer Woche bin ich also wieder auf meiner heimischen Scholle. Wir hatten eine wirklich schöne Zeit in Wilderswil bzw. in den von uns besuchten Skigebieten, auch wenn es für mich eher ein Vakuum war, aus dem ich irgendwann (und das ziemlich sicher nach ein paar Tagen) wieder heraus musste. Die Ankunft stellte sich als etwas schwierig heraus, denn Bille und ich wurden daran gehindert, überhaupt anzukommen! Es gab nämlich in Baden an unserem Zugabschnitt keinen Bahnsteig!!! Demnach konnten wir den Zug nicht verlassen, Niere wartete bereits leicht säuerlich (niemand, auch ich nicht, lässt sich gerne morgens schon dermaßen anblöken), und wir durften bis Zürich weiterfahren. Dort angekommen, durften wir direkt einen Zug in die Gegenrichtung besteigen. Mit dem ganzen Gepäck eine wirklich prickelnde Sache. Gekrönt mal wieder von einem schönen Telefonat mit der Niere, in dem die Feststellung "ihr seid einfach nur blond..." des öfteren unausgesprochen mitklang.

Die ersten Tage verliefen eher gemächlich. Skifahren entspannte mich zusehends. Das Abendessen, das wir nacheinander fabrizierten, schmeckte durch die Bank hervorragend, wirkte aber auch ein wenig als Hüftgold, wenn auch noch in Maßen (nur 500 g!!!), schließlich hatten wir ja Bewegung satt. Schnee hatten wir genug, aber das Wetter war eher bescheiden, was hier und da ziemlich auf die allgemeine Laune drückte. Meine Ski sind olle Gurken, wie ich jetzt weiß (oder wie der Fritze beim Verleih sagte: "Pommes!"), die so schnell als möglich entsorgt gehören. Auch wenn Niere meinte, die könnte ich bestimmt noch für 30 Euronen bei Ebay verticken. Sorry, ICH würd das für die Teile nicht mehr ausgeben. Also verschenk ich die Dinger mal lieber und gut is. Weg mit Schaden ... in dem Fall geht das vielleicht mal ausnahmsweise ganz schnell.

Von den Franzosen, die uns über's Wochenende mit ihrer Anwesenheit "beehrten", erzähl ich lieber nichts. Denn die waren spezieller als jeder Schweizer!!!!! Es leben Vorurteile, vor allem, wenn sie bestätigt werden!!!!! Wir machten 3 Kreuze (und noch mehr) als sie endlich das Haus wieder verließen und wir wieder unter uns waren.

Der letzte Tag mit Niere allein war "speziell". Einerseits schön, andererseits grausam. Wir haben noch schöne Pisten entdeckt, die uns die Tage zuvor leider wegen schlechten Wetters versagt gewesen waren. Tagsüber haben wir relativ oberflächlich geredet, je später es allerdings wurde, um so intensiver wurden die Gespräche. Aber da ging es ja auch schon Richtung "Vakuumende". Die Aussicht auf meinen Alltag machte mich nicht gerade glücklich, also verließ ich Wilderswil mit mehr als gemischten Gefühlen (und das ist noch verdammt harmlos ausgedrückt). Und wenn ich eines überhaupt nicht leiden kann, dann sind es Umarmungen zur falschen Zeit, manche Sprüche, die man einfach nicht hören mag, weil man genau weiß, worin das endet: "So, und ab jetzt nicht mehr weinen, Kleine...." WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH!!!!!!!!!!!!!!!!!! Die Zugfahrt war eine Katastrophe, nur lärmende, handybetätigende, lautstark dvd-schauende Zeitgenossen, die ich hätte steinigen können. Um 1.30h wurde dann endlich mal im Waggon das Licht gedimmt. Zum Glück hatte ich wenigstens meine "Ohr-Moppeds" und musste so das Drama nicht mitanhören. Aber dieses Licht!!!!!!! Übermüdet erreichte ich morgens früh den Zielbahnhof, wo ich mir ein Taxi nahm. Zuhause angekommen erfuhr ich prompt, dass mein Autoschlüssel, den ich per Post nach Hause geschickt hatte, nicht angekommen war, sondern fein säuberlich aus dem Briefumschlag entfernt worden war von einem Idioten bei der Briefsortierung (nein, ich erkläre jetzt nicht, wie es zu dieser überaus dämlichen Lage überhaupt gekommen war). Also darf ich mir jetzt zu allem Überfluss auch noch Sorgen um mein Auto machen. Denn was schreibt man immer brav auf nen Umschlag drauf? Richtig, Adresse und Absender. Also braucht der "Entwender" nur die jeweiligen Adressen bei Bedarf abzufahren und dort alle Autos abzuchecken, ob irgendwo der Schlüssel passt. Tolle Wurst! Jeden Morgen frage ich mich, ob ich denn gleich noch Besitzer eines Automobils bin oder nicht...

Und zur Zeit frage ich mich auch jeden Morgen: Wie wird meine Laune heute sein? Wir gestaltet sich dieser Tag? Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich keinerlei Pläne habe und nur in den Tag hinein lebe. Nein, man muss schon sagen, es geht mir zur Zeit nicht wirklich gut (und auch das ist untertrieben). Ich hoffe wirklich, dass dieser Zustand sich bald merklich bessert und ich wieder Perspektiven habe. Denn diese Perspektiv- und auch Hoffnungslosigkeit macht einen mürbe und lässt jeden neuen Tag nicht wirklich hell erscheinen. Aber ich möchte nicht jammern. Dafür würde ich mich nur selbst "hassen". Ok, manchmal ist es unumgänglich, aber wenn ich mir das verzeihen kann, dann vielleicht auch andere.
3.3.06 20:33


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